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EIN PHÄNOMENALES KONZEPT

November 23, 2019

 

 

Nur noch wenige Tage, dann wird – ausgerufen von den Vereinten Nationen – am 3. Dezember der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung begangen. Ein guter Anlass, sich einmal Fragen zur Inklusion zu widmen. Im Kölner Café „Wo ist Tom?“ begegnet sie den Besuchern ohne großes Aufheben.

 

 

Hinter der großen Fensterfront erstreckt sich auf zwei Ebenen ein Lokal, das es in jeder Hinsicht mit trendigen Großstadtcafés aufnehmen kann: Bei der modischen Einrichtung dominieren Grau und Naturholztöne, hier und da kontrastiert von roten Akzenten. So sind etwa die roten Deckenlampen und die rot-schwarz-hellgraue Tapete, die aussieht wie eine Neuauflage des britischen Burberry-Karos, genau aufeinander abgestimmt.

Auch das kulinarische Angebot der Einrichtung mit dem ungewöhnlichen Namen „Wo ist Tom?“ kann sich sehen lassen. Das Kernstück des Sortimentes sind Cheesecakes in phantsievollen Variationen. Da gibt es zum Beispiel Mango-Maracuja-Cheesecake, Erdnuss-Karamell- oder auch Himbeer-Weiße-Schokolade-Cheesecake. Neben weiteren süßen Speisen stehen auf der Karte aber auch Foccaccia, Pfannkuchen, Quesadilla, Suppen und „Toms Ciabatta“, eine Spezialität, belegt mit gegrilltem Schinken, Gouda, Soßen und Salat.

 

 

ANKREUZEN STATT AUFSCHREIBEN

 

Ein schöner Ort – und doch, streng genommen, nicht wirklich außergewöhnlich. Trotzdem stutzen Gäste, die zum ersten Mal hier sind, kurz. Ungewöhnlich ist nämlich die Art der Bestellung, und das nicht ohne Grund. Hier werden Wünsche nicht auf kleine Blöcke notiert. Stattdessen erhalten die Kunden eine laminierte Karte und einen abwischbaren Stift, so dass sie ankreuzen können, was sie essen oder trinken möchten. Das hat den Vorteil, dass auch Menschen, die gut kellnern, aber nicht lesen oder schreiben können, eine Bestellung aufnehmen und sicher in die Küche weiterleiten können. Im Team gibt es nämlich eine ganze Reihe von festen Mitarbeitern, die eine geistige Behinderung haben.

„Wo ist Tom?“ ist ein Projekt der Lebenshilfe Köln. Realisiert wurde es mit Unterstützung verschiedener Förderer wie der Aktion Mensch und dem Landschaftsverband Rheinland, um Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zu regulären Konditionen zu verschaffen. Mitten im Szenestadtteil Köln-Sülz hat es vor einigen Jahren eröffnet und setzt seither ein Zeichen für Inklusion und Teilhabe. Noch weiter zurück reicht die Geschichte des Hamburger Stadthaushotels, das 1993 aus einer Elterninitiative heraus entstand. Fast alle Mitarbeiter dort haben eine geistige oder körperliche Behinderung. Vereinzelt begegnet man auch am ersten Arbeitsmarkt Männern und Frauen, die ungeachtet ihrer Behinderung in der Gastronomie tätig sind: In Flensburg und Bielefeld gibt es Bars, die Kellner beschäftigen, die im Rollstuhl sitzen.

 

NEUE WEGE ENTDECKEN - AUCH IM LEH

 

Ist das außergewöhnlich? In gewisser Hinsicht nicht. Schließlich müssen Unternehmen, ob privat oder öffentlich, laut Sozialgesetzbuch ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern mindestens fünf ihrer Stellen mit Personen besetzen, die als schwerbehindert eingestuft wurden. Trotzdem können gerade gastronomische Betriebe Leuchttürme der Inklusion sein. Durch die täglichen Kundenkontakte sind sie Multiplikatoren und Botschafter. Schließlich gehört es gerade zum Wesen der Inklusion, dass sie nicht abseits stattfindet, sondern Verbindungen mitten im Alltag schafft. Man freut sich über den ersehnten Kaffee und entwickelt ganz automatisch Sympathie für denjenigen, der ihn reicht. Auf diese Weise schwinden Vorbehalte, Ängste und Barrieren in den Köpfen.

Für Unternehmen entsteht durch die Beschäftigung behinderter Mitarbeiter ein Imagegewinn. „Das Konzept, die Kunden einfach ankreuzen zu lassen, was sie haben möchten, ist phänomenal“, sagt Alexander, der bei „Wo ist Tom?“ zu Gast war. „Ich hoffe, dass diese Idee Menschen dazu anregt, auch in anderen Bereichen immer wieder zu schauen, wo es Hürden gibt, die man ganz leicht umgehen könnte.“ Mit seinen vielfältigen gastronomischen Angeboten bietet auch der Lebensmitteleinzelhandel in diesem Zusammenhang ein großes Feld, dessen Entscheidungsträger nur gewinnen können, wenn sie neue Wege der Inklusion beschreiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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